Fachbegriffe einfach erklärt

Zur beruflichen Vorsorge gibt es viele Fragen oder Erklärungsbedarf. Ist Ihnen einer der vielen Fachbegriffe unklar? Gerne erklären wir Ihnen hier die wichtigsten Begriffe der 2. Säule.

Altersguthaben

Dieses setzt sich aus den Sparbeiträgen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, eingebrachten Freizügigkeitsleistungen sowie dem gewährten Zins zusammen. Den aktuellen Stand Ihres Altersguthabens finden Sie auf dem Vorsorgeausweis unter «Allgemeine Informationen».

Auffangeinrichtung

Die Stiftung Auffangeinrichtung ist eine nationale Vorsorgeeinrichtung im Auftrag des Bundes und fungiert als Auffangbecken und Sicherheitsnetz der 2. Säule. Als einzige Pensionskasse in der Schweiz nimmt sie ausnahmslos jeden anschlusswilligen Arbeitgeber und Einzelperson auf, sofern diese die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.

Beitragsprimat

Im Beitragsprimat sind die Leistungen abhängig von den einbezahlten Sparbeiträgen, vom allfällig eingebrachten Altersguthaben aus der Pensionskasse des vorherigen Arbeitgebers (Freizügigkeitsleistung) sowie von der Verzinsung des Altersguthabens durch die aktuelle Pensionskasse. Das angesparte Altersguthaben wird bei der Pensionierung mit dem Umwandlungssatz in eine Altersrente umgewandelt.

BVG

Abkürzung für Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge. In Kraft seit 1985.

Deckungsgrad

Ein Deckungsgrad von 100% besagt, dass eine Pensionskasse genügend Geld hat, um im gegenwärtigen Zeitpunkt gleichzeitig für alle versprochenen Leistungen aufzukommen. Dieser Fall ist jedoch sehr unwahrscheinlich, weil nicht alle Versicherten gleichzeitig den Arbeitgeber wechseln oder am selben Tag pensioniert werden und das Kapital anstatt die Rente beziehen.

Freiwilliger Einkauf

Ein Versicherter kann sich zusätzlich zu den Lohnabzügen und Arbeitgeberbeiträgen freiwillig in seine Pensionskasse einkaufen, um damit auf die Pensionierung hin bessere Altersleistungen zu erhalten. Ein Einkauf kann über mehrere Jahre verteilt werden. Die maximale Einkaufssumme ist auf dem Vorsorgeausweis unter «Allgemeine Informationen» festgehalten.

Freizügigkeitskonto

Bankkonto, auf welchem das Guthaben eines Versicherten zwischengelagert ist, bis er | sie wieder in einer Pensionskasse versichert ist oder in Pension geht.

Freizügigkeitsleistung

Betrag, welcher dem Versicherten bei Austritt aus der Vorsorgeeinrichtung zusteht. Er setzt sich zusammen aus den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen, Einlagen, freiwilligen Einkäufen sowie der Verzinsung.

Gemeinschaftseinrichtung

Die Comunitas ist eine Gemeinschaftseinrichtung und versichert Unternehmen, welche durch eine bestimmte Gemeinsamkeit (Service Public) miteinander verbunden ist.

Kapitaldeckungsverfahren

Das für die Leistung erforderliche Kapital wird für jeden Versicherten während der Erwerbstätigkeit individuell angespart. Die Höhe der Altersleistung ist somit erst am Ende des Sparprozesses bekannt. Das BVG basiert auf dem Kapitaldeckungsverfahren. Im Unterschied dazu basiert die AHV (1. Säule) auf dem Umlageverfahren.

Koordinationsabzug

Dieser wird vom AHV-Jahreslohn abgezogen, um den versicherten Lohn zu bestimmen. Der Koordinationsabzug gemäss BVG beträgt 7/8 der maximalen AHV-Jahresrente (2016 = 24'675).

Leistungsprimat

Im Gegensatz zum Beitragsprimat wird im Leistungsprimat die Höhe der Leistung (z.B. 50% des Lohnes) festgelegt und daraus die Beiträge abgeleitet.

Mindestzinssatz gemäss BVG

Die Altersguthaben werden nach den Bestimmungen des BVG mit einem Mindestzinssatz von 1.25% (Stand 2016) verzinst. Eine allfällige Anpassung dieses Zinssatzes obliegt dem Bundesrat und wird jährlich überprüft. Comunitas kann die Verzinsung der Altersguthaben im obligatorischen Bereich auch höher festsetzen; im überobligatorischen Bereich gelten keine gesetzlichen Vorgaben.

Obligatorium und Überobligatorium

Über die durch das BVG geforderten Mindestleistungen (Obligatorium) hinaus kann eine Pensionskasse zusätzliche Leistungen vorsehen - das sog. Überobligatorium. Im überobligatorischen Bereich kann die Pensionskasse die Verzinsung der Sparguthaben sowie den Umwandlungssatz frei festsetzen. Das Obligatorium gilt für Löhne zwischen CHF 21'150 und CHF 84'600 (Stand 2016).

Projektionszins

Der Projektionszins dient zur Berechnung des möglichen künftigen Altersguthaben im Beitragsprimat. Zum vorhandenen Sparkapital werden die künftigen Altersgutschriften bis zum Rücktrittsalter addiert und mit dem Projektionszinssatz verzinst. Der Projektionszinssatz ist weder garantiert noch verbindlich, sondern soll den Versicherten eine möglichst realitätsnahe Vorstellung über die Höhe ihrer künftigen Altersleistungen ermöglichen.

Risikoprämie

Die Risikoprämie wird zur Finanzierung der Risiken Tod und Invalidität verwendet. Den genauen Betrag pro Jahr finden Sie auf Ihrem Vorsorgeausweis.

Sicherheitsfonds

Er garantiert die Leistungen von Vorsorgeeinrichtungen bei deren Zahlungsunfähigkeit bis zu einem maximalen versicherten Lohn von CHF 126'900 (Stand 2016). Zudem richtet er Leistungen an Kassen mit ungünstiger Altersstruktur aus. Details siehe unter Sicherheitsfonds BVG

Sollrendite

Die Sollrendite definiert die Anlageerträge, welche eine Vorsorgeeinrichtung benötigt, um ihren Deckungsgrad auf gleichem Niveau zu halten.

Sparprämie | Sparbeitrag

Der Sparbeitrag wird zur Finanzierung der individuellen Altersleistungen verwendet. Den genauen Beitrag pro Jahr finden Sie auf Ihrem Vorsorgeausweis.

Stiftungsrat

Oberstes Organ der Comunitas Vorsorgestiftung. Paritätisch je zur Hälfte mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern zusammengesetzt. Der Stiftungsrat wird an der Delegiertenversammlung gewählt.

Technische Grundlagen

Die Berechnung der Verpflichtungen einer Vorsorgeeinrichtung wird durch den Pensionskassenexperten mittels der technischen Grundlagen vorgenommen. Die technischen Grundlagen BVG 2015 berücksichtigen die neusten Entwicklungen, z.B. zur Langlebigkeit oder Invalidierungswahrscheinlichkeit.

Technischer Zinssatz

Der technische Zinssatz ist eine versicherungsmathematische Berechnungsgrösse, mit der sich die künftigen Verpflichtungen der Pensionskasse bestimmen lassen. Er ist Ausdruck der in Zukunft erwarteten Anlageerträge und beeinflusst unter anderem das Deckungskapital der Rentner, die Verzinsung der Altersguthaben im Leistungsprimat sowie den Umwandlungssatz im Beitragsprimat.

Umwandlungssatz

Was bedeutet der Umwandlungssatz?
Der Umwandlungssatz wird bei einer Pensionierung angewendet, um auszurechnen, wie hoch eine jährliche Altersrente ausfällt, ausgehend vom angesparten Kapital. Hier ein Beispiel:

  • Alterskapital mit 65 Jahren:
    CHF 250'000 | Umwandlungssatz 6.2% (aktuell gültig)
    CHF 250'000 x 6.2% = CHF 15'500 jährliche Altersrente (pro Monat CHF 1'291)
  • Gleiches Alterskapital, jedoch Umwandlungssatz 5.8% (gültig ab 2018)
    CHF 250'000 x 5.8% = CHF 14'500 jährliche Altersrente (pro Monat CHF 1'208)

Der Umwandlungssatz hat somit keinen Einfluss auf das Alterskapital (dieses bleibt gleich hoch), sondern nur auf die Altersrente.

Versicherter Lohn

Der versicherte Lohn ist massgebend für die Festlegung der Leistungen und Beiträge. Er ergibt sich aus der Differenz des AHV-Lohnes abzüglich des Koordinationsabzugs. Bei Comunitas sind 4 verschiedene Module mit unterschiedlichen Koordinationsabzügen möglich. Die entsprechenden Angaben sind auf dem Vorsorgeplan und -ausweis ersichtlich.

Vorsorgereglement

Im Vorsorgereglement (siehe unter «Service») und in Ihrem Vorsorgeplan sind detailliert alle Leistungen und Bedingungen aufgeführt. Das Vorsorgereglement wird jeweils vom Stiftungsrat erlassen.

Wohneigentumsförderung (WEF)

Das aktuell vorhandene Altersguthaben kann für die Finanzierung von Wohneigentum für den Eigenbedarf (ohne Ferienwohnungen|-häuser) vorbezogen oder verpfändet werden. Ab Alter 50 ist die Höhe des Bezugs begrenzt.

Zentralstelle 2. Säule

Bei dieser Stelle werden vergessene Guthaben aus der 2. Säule aufbewahrt. Solche Guthaben können mit einem Formular gesucht werden. Details dazu siehe unter www.zentralstelle.ch